mando diao26. Oktober 2007
EMI

Knapp 14 Monate nach dem Hit-Feuerwerk “Ode To Ochrasy” erscheint das nächste Album der Schweden. Bereits im Februar nahmen sie die Basics in ein paar Tagen auf und überließen die Produktion dann komplett ihrem Produzenten Björn Olsson, der eigentlich schon das letzte Album produzieren sollte. Meiner Meinung nach war dies keine sehr weise Entscheidung, denn Olsson kleistert fast jeden Song mit völlig überflüssigen Streicher-Arrangements zu und nimmt den Songs das Tempo und die Dynamik. “Gold” hätte zum Beispiel ein extrem cooler Rocker in der Tradition der vorhergehenden Alben werden können. Ein absoluter Hit, wenn da nicht die bereits erwähnten Streicher und diese extrem glatte Produtktion wären. “Train On Fire” schlägt in die gleiche Kerbe.

In einem Interview mit der Visions sprechen Mando Diao von Vertragserfüllung mit der EMI und einem “Ferienalbum”. Durch eine Vertragsklausel kam übrigens auch das viel zu lange Instrumental “Dalarna” auf die Platte, denn auf ihrem vierten Album mussten sie ihrer Plattenfirma mindestens 40 Minuten abliefern.

Die eigene Begeisterung über das neue Album hält sich scheinbar auch in Grenzen, wenn ich mir so eine Aussage durchlese:
Ihr macht gerade Interviews zu einer CD die noch nicht mal erschienen ist. Die Songs kennt noch kaum jemand, ausser die zwei Stücke die ihr bereits live spielt.
Björn: Somit kennt ihr schon die besten. Nein, da sind schon noch ein paar Hits mehr, zumindest in unseren Köpfen. Aber ein paar Songs mag ich dann immer nicht so.
(tink.ch)

Wirklich schade, welche Chance hier vertan wurde. Man hätte nach “Ode To Ochrasy” nochmal ein Pfund nachlegen können, ließ sich aber durch die Wahl eines völlig unpassenden Produzenten einen Sound verpassen, der überhaupt nicht zu ihrer Musik passt. Bedauerlich. Aber in einem Jahr gibt es dann ja schon den Nachfolger.

Wertung: 5 von 10

1 KOMMENTAR

  1. Ich steh mit meiner Meinung relativ allein da, aber ich finde diese Band einfach unerträglich in ihrer Arroganz, die sie bei Live-Auftritten versprühen. (Interviews schau ich net an). 3Mal gesehen, jedes Mal wurd’s schlimmer.

    Und dann kann ich diese Musik auch nimmer genießen und finde sie somit pauschal scheisse. 😉

  2. jau genau. muss auch eher über die arroganz schmunzeln, wobei sie doch früher ausgeprägter war. hin oder eher, ihre liveshows rechtfertigen meines erachtens die arroganz. finde das neue album stellenweise sehr interessant, die auskopplung ist ein wahrer hit. wenn man so zu seiner vertagserfüllung steht, finde ich es auch i.o… :>

  3. ich muss sagen, obowohl die lieder teilweise ruhiger sind als bei den anderen alben, ist dieses durchaus gelungen! der richtige lustmacher zum mitsingen und tanzen… das album hat mich von anfang an begeistert.

  4. wenn ihr mando diao nicht mögt, wiso kümmert ihr euch dann um sie?

    ich finde das album wirklich super! eben mal was ganz anderes als die vorherigen alben

  5. Ich habe alle MD-Alben und bin vom Neuen auch ziemlich enttäuscht. Es klingt einfach nicht mehr nach Mando Diao.
    Gustaf und Björn sagten einmal in einem Interview (Novarock 07 auf FM4), dass sie musik für junge leute machen, das jetzige album klingt aber nicht wirklich danach.
    Naja, MD ist trotzdem meine lieblingsband und so werde ich eben die älteren songs noch einpaar mal hören. Vielleicht kann ich mich mit der zeit in das neue album einhören.
    Ich freu mich schon auf nächstes monat, da seh ich björn live, das ist dann mein 3. MD konzert.

  6. Das neue Album ist … jap, super! Es könnte sogar sein, dass es ihr bestes bisher ist, auch wenn man sich vielleicht ziemlich reinhören muss. Und ich finde die lieder klingen immer noch sehr nach Mando Diao (die band ist einfach nicht zu imitieren) sie sind jetzt bloß etwas erwachsener und reifer… Und das ist eigentlich was mir gefällt: sie bleiben sich treu aber haben sich weiterentwickelt. Und nur weil vielen ihrer weiblichen Teenager-Fans der Sound nicht mehr gefällt, heißt das nicht, dass sie schlechter geworden sind. Eher das Gegenteil.
    Was mich freut, ist dass MD nicht mehr normalen “Durchschnitts-Indie” machen, bedächtiger klingen und ja, auch wenn es nicht ganz so rockt wie die ersten drei Alben, kann ich ganz und gar nicht sagen dass es mich enttäuscht hätte.

    Ach ja und zu der Arroganz-sache: der eher bedächtige Sound des neuen Albums könnte eventuell auch darauf schließen lassen, dass MD ein bisschen von ihrem hohen Ross gestiegen sind und nicht mehr ganz so arrogant sind. Aber das ist ja eher auch Ansichts- und Interpretationssache. 😉

  7. ich habe kürzlich auch das interview in der visions gelesen und fand es schon seltsam, wie man ein album so aus der hand bzw blind in die hände des produzenten legen kann. trotzdem finde ich die platte ok. es ist kein typisches mando diao album aber nach 3 mal hören ist es schon gut. etwas ruhiger halt. und warum auch nicht. eher ein album für die kalten tage 🙂

  8. an gedankenanstoß:
    ich finde deine aussagen echt gut und ich bin wirklich deiner meinung. allerdings finde ich nicht, dass die 5 schweden besonders arrogant sind. und wenn, dann ist es doch gut für sie, somit beschäftigen sich auch die leute mit ihnen, die nicht ihre musik hören.
    kann einfach nur nochmal sagen, dieses album ist der WAHNSINN.

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