Schon das Cover deutet es an: hier geht es nicht um Zeitgeist, hier geht es um die Musik zweier Menschen. Die Titel der zehn Songs sind einfach vorne abgebildet. Denn genau um diese Songs dreht sich hier alles.

Ursprünglich starteten The Saxophones vor einer Dekade als Soloprojekt von Alexi Erenkov. Irgendwann dachte er sich, dass seine Songs doch ein wenig Percussion gebrauchen könnten. Und da lag ihn für nichts näher, als seine Frau zu fragen.  „Der wichtigste Faktor bei der Wahl der Bandmitglieder ist die Liebe”, sagt Erenkov schließlich selber.

Das Debütalbum entstand im Winter während das Paar auf einem Hausboot in der San Francisco Bay Area lebte. Alexi ​beschreibt den Songwriting-Prozess folgendermaßen: “Ein Großteil der Musik wurde an verregneten Vormittagen auf der Akustikgitarre in der Kabine unseres Bootes und außerhalb der Stadt in einem kleinen Gästehaus in Pt. Reyes geschrieben.”

Die zehn Songs werden von sanfter Percussion, sehnsuchtsvollen Gitarrenmelodien und der charismatischen Stimme Erenkovs getragen. Das Tempo ist durchgehend verhalten, die Stimmung unaufgeregt.

Ich kann dir gar nicht genau sagen, warum ich so einen Narren an der Musik von The Saxophones gefressen habe. Aufregend ist nämlich kein einziger Song des Debütalbums.

Im Gegenteil: zu der Musik schlurft wieder das Ehepaar von If You’re On The Water übers Parkett. Aber vielleicht ist Parkett hier das entscheidende Wort.

Sobald ich die Musik höre, sehe ich mich immer auf einer imaginären Tanzfläche in einem längst vergangenen Jahrzehnt. Die Band spielt, und im Spiegel gerät für einen kurzen Moment das einzige Paar in mein Blickfeld, welches engumschlugen tanzt. Kurz vor der Drehung erkenne ich den Tanzmuffel, als den ich mich selber immer bezeichne. Ich zwinkere mir zu und schließe die Augen.


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