YouTube wächst und wird international. Brasilien, Frankreich, Italien, Japan, Irland, die Niederlande, Spanien, Polen und Großbritannien bekommen einen eigenen Ableger des erfolgreichen Videoportals. Die Zusammenarbeit bei dem iPhone und Apple TV deutet die zukünftige Marschrichtung an.

Nur hier in Deutschland werden wir zunächst keinen eigenen Ableger bekommen. Warum? Weil die GEMA sich angeblich nicht mit dem Videoportal einigen konnte. Eigentlich sollten durch Zahlung einer Pauschale sämtliche eventuellen Forderungen gegenüber Nutzern abgegolten werden. Die GEMA möchte jedoch auch rückwirkend für bereits im Netz befindliche Videos ihrer Mitglieder Geld sehen. Wann und ob man sich hier entgegenkommt, steht in den Sternen.

Ich bin mir gerade nicht sicher. Sind diese Forderungen gerechtfertigt? Oder entgeht der GEMA hier die Chance, eine weitere Einnahmequelle aufzutun? Denn je länger die Verhandlungen dauern, desto größer wird theoretisch die Nachforderung und umso unwahrscheinlicher wird die Bereitschaft YouTubes sein, diese zu begleichen. Eines ist sicher: genutzt wird YouTube weiterhin. Auch von Deutschen.

1 KOMMENTAR

  1. Und genutzt auch immer mehr von deutschen Labels. Und jetzt mal weiterdenken – die nutzen es zu Promotionzwecken. Jetzt sind aber da vielleicht einige der Textautoren bei der GEMA. Sprich, die GEMA möchte mal wieder Geld für Promotion haben. (vgl. auch Eigenpräsentation von Mitgliedern). Ich glaub das alles nicht mehr wirklich…

  2. Ich habe meinen Youtube Account gelöscht, nachdem ich erfuhr, daß sogar für eine Kindergartengruppe, die (natürlich ohne Eintritt) irgendwo öffentlich 3 Weihanchtslieder sang, etwas an die GEMA gezahlt werden mußte. Für die GEMA gilt: wird irgendwo was gesungen, muß derjenige nachweisen, daß es GEMA-frei ist oder zahlen, egal ob mit der Gitarre auf der Stadtwiese oder oder am offenen Fenster zuhaus. Singen ist also verboten! Oder Radio aufdrehen, oder eine Geburtstagsfeier, wo jemand einen Fremden mitbringt: das ist dann eine öffentliche Veranstaltung (kann man auf den GEMA-Seiten sogar nachlesen, Stichwort “Öffentlichkeitsgrad” und “GEMA-Vermutung”). Ob es kommerziell ist, spielt dabei keine Rolle. Kleine Kulturorte können sich nix mehr leisten, in Künstlerverträgen steht schon drin: GEMA zahlen die Künstler selber. Nur Musiker, die jetzt schon bekannt sind, oder durch große Firmen produziert werden haben etwas davon, alles andere wird zensiert, abgeschnürt, ausgeblutet. Darum gibt’s auch keine Solidarität. Ah! mein Urheberrecht ist verletzt! Als wenn jemand alles aus sich heraus schafft, das ist doch eine Konsum-Junk-Idee. Jeder lernt und kopiert doch von jedem, seit Jahrtausenden. Bertolt Brecht würde heute im Gefängnis sitzen oder zumindest wegen Abmahnungen pleite sein.
    Kultur ist im Eimer und Lieder werden sekundengenau abgerechnet, wie Telefongespräche: Wie lange hat wer was gehört? Ist das auch bezahlt? Hör auf zu lächeln, die Musik gehört nicht Dir!

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