Kurz nachdem ich gestern meine neueste Mixtape-Ausgabe veröffentlichte, las ich einen Bericht über Soundcloud. Das Berliner Startup plant in naher Zukunft, Werbung zwischen seinen Audiostreams einzublenden. Dass dieser Schritt irgendwann kommen würde, zeichnete sich ziemlich deutlich ab. Zu dunkelgrau war die rechtliche Zone, in der sich das Angebot des Unternehmens bisher bewegte. Man plant scheinbar, Geld an Rechteinhaber auszuzahlen und ein kostenpflichtiges, Spotify-ähnliches Abomodell einzuführen, mit dem sich die Werbung ausblenden lässt.

Die Rechteinhaber, welche dem “On Soundcloud” betitelten Programm beitreten, können selbst entscheiden, ob sie Werbung einblenden. Diese kommt zum Start in den USA von Jaguar, Sonos, RedBull und Comedy Central (der weltweite Rollout folgt später). Wenn ihr euch für das Thema interessiert: beim Handelsblatt und bei der NYTimes gibt es mehr Infos.

Warum ich überhaupt darüber berichte? Im Laufe der letzten Monate hat sich Soundcloud bei mir dermassen etabliert, dass ich gefühlte 60 Prozent meiner Beiträge nur mit Hilfe von eingebetteten Soundcloud-Streams verfassen kann. Sonst würde ich euch kaum Hörproben anbieten können. Verteufeln werde ich diesen Schritt des Unternehmens nicht, aber ich werde die Entwicklung genau beobachten. Wirkliche Alternativen gibt dort draussen nämlich nicht. Am ehesten noch Bandcamp, aber dort sind längst nicht alle Künstler vertreten. MIch beschäftigen vor allem zwei Fragen: Wird die Werbung auch bei einzelnen, eingebetteten Songs laufen? Und wie störend wird sie sich auf meine Compilations auswirken?

Mich würde Werbung bei meinem Musikgenuss ziemlich beeinträchtigen, wobei ich wahrscheinlich sogar in den sauren Apfel beißen würde, wenn sich die Länge der Werbung in Grenzen hält. Wie sieht das bei euch aus: Würde euch Werbung in den Soundcloud-Streams dermaßen nerven, dass ihr sie nicht mehr anhören würdet?

2 KOMMENTARE

  1. Hört man aufmerksam Musik, ist es sehr unangenehm, wenn die aufgebrachte Konzentration plötzlich einer Reklame gilt. Das ist auch bei Soundcloud nicht nur störend, sondern zerstört das hingabevolle Musikhören an sich.
    Zwar gibt es dafür auch noch andere Möglichkeiten, nur ist’s schon schade um die Plattform.

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