Cults – 16. August 2011, Comet Club

Cults, das sind Brian Oblivion und Madeline Follin, zwei junge Musiker Anfang zwanzig. Im Juni haben sie mit ihrem selbstbetitelten Debüt das Sommeralbum dieses Jahres veröffentlicht, das wurde mir heute auf dem Weg zur Arbeit klar. Frische Luft, Sonne und die selig machende Retro-Musik in den Ohren…absolut großartig. Am Dienstag spielten die beiden im Berliner Comet Club, und ich konnte es mir nicht nehmen lassen, mir die beiden live anzuschauen.

Wir, ein paar Arbeitskollegen, mein Nachbar und gelegentlicher Mitblogger Marcus und ich, kamen kurz vor neun Uhr an, konnten in Ruhe unsere Jacken abgeben, das erste Bier holen und uns in Position für die erste Band des Abends begeben. Keiner von uns wusste so recht, wer da jetzt vor uns stand, und auch der Frontmann konnte kein Licht ins Dunkel bringen, denn man konnte ihn nicht so recht verstehen. Die Setlist der Zulu Pearls (späteres Nachfragen am Merch-Stand brachte Klarheit) war etwas unglücklich gewählt, denn die erste Hälfte ihres Sets bestand aus eher ruhigeren, verhallten Gitarrenakkorden und nicht ganz herkömmlichen Songstrukturen. Am Ende zogen sie das Tempo allerdings ein wenig an, was ihnen gut zu Gesicht stand und ihnen später vom Publikum gedankt wurde, welches sie mit einem warmen Applaus in den Abend entließ.

Nach einer erfreulich kurzen Umbaupause betraten dann ziemlich viele Haare die Bühne. Da ich schon lange nicht mehr auf einem Metal-Konzert war, war dies schon ein beeindruckender Anblick für mich. Mindestens schulterlang scheint das Auswahlkriterium für die Backingband gewesen zu sein; Brian Oblivion und Madeline Follin hatten da aber noch einiges mehr zu bieten. Das soll aber nicht von den musikalische Fähigkeiten der beiden ablenken, denn die waren großartig. Sie spielten ihr komplettes Album, die Frontfrau schwang ihre Arme und ihren Kopf und sang dabei absolut fehlerfrei und mitreißend. Der Gesang ihres Partners war etwas schwachbrüstiger, aber das schiebe ich einfach mal auf den Tontechniker. Das Publikum tanzte oder wippte und die Musiker auf der Bühne hatten Spaß; mehr kann man von einem Konzertabend nicht erwarten. Und ausgerechnet bei ihrem größten Hit erreichte die Stimmung eine derartige Intensität, das der Bass am Ende von “Go Outside” schlapp machte. Die Länge des Sets war allerdings etwas ernüchternd, da ihr Album nur 33 Minuten bietet und ihr Auftritt dementsprechend kurz ausfiel. Zugabe? Fehlanzeige.

Das hat uns allerdings nicht wirklich gestört, denn erstens war die Darbietung großartig und zweitens sind wir dann noch rüber in den Magent Club zum restlichen Drittel des Auftritts von White Denim. Wir kamen genau zu dem Zeitpunkt, als die Band “I Start To Run” spielte. Danach folgten circa 20 Minuten mit einem, zwei oder auch fünf Songs. So genau e das Schaffen der Texaner leider nicht, um das zu beurteilen. Das absolut präzise Rythmusuhrwerk aus Bass und Schlagzeug versetzte uns minutenlang fast in tranceähnliche Zustände, schlug diverse Haken und lenkte die beiden Gitarristen immer wieder in neue Gefilde. Das war beeindruckend und unfassbar gut. Das nächste Mal ist ein komplettes Konzert von White Denim Pflicht!

Ein rundum gelungener Abend. Am Samstag spielen Cults auf dem Highfield Festival, White Denim auf dem Area 4. Je nachdem, wo ihr euch rumtreibt: beide Bands sind absolut empfehlenswert.

Foto: Man Alive!, CC-Lizenz

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