Grizzly Bear sind auf Tour. Im Gepäck eine der Platten des Jahres, “Veckatimest”. Erst gestern habe ich erfahren, das Annie Erin Clark aka St. Vincent auf dieser Tour für Grizzly Bear eröffnet. Da war die Freude natürlich groß, denn ihr aktuelles Werk ist für mich eine der besten Platten des Jahres. Das sie ohne Begleiter auftrat, irritierte nur kurz, denn sie holte mit Händen und Füßen alles aus ihrem Maschinenpark heraus. Da wurde geloopt, gesampelt und verzerrt. Dadurch klangen ihre Songs zwar etwas rauer und elektronischer als auf Platte, aber das störte nicht weiter. Trotz einiger kleiner Timingprobleme und der technikbedingten eingeschränkten Bewegungsfreiheit ein gelungener Auftritt.

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Nach der etwas zu langen Umbaupause, in dem wir mit irgendwie unpassender Musik beschallt wurden, betraten dann Daniel Rossen, Christopher Bear, Ed Droste und Chris Taylor die Bühne. Mit “Southern Point” eröffnen sie ihren Set, und es wurde klar, wohin die Reise gehen würde. Eine möglichst perfekte Umsetzung ihrer Songs, mehrstimmiger Gesang inklusive. Dazu ein relativ statisches Publikum, denn tanzbar sind die Songs der New Yorker eher nicht. Aber andächtiges und begeistertes Zuschauen ist manchmal auch eine Wohltat und bei dieser Musik fast zwingend. Von ihrem aktuellen Meisterwerk “Veckatimest” spielten sie das bereits erwähnte “Southern Point”, das umjubelte “Two Weeks”, “Cheerleader”, “Ready, Able” und “While You Wait For The Others”. Das waren zumindest die Songs, die ich benennen kann. Erkannt habe ich weiterhin “Deep Blue Sea”, “He Hit Me”(beide vom 2007er Album “Friend”), “Colorado” und “On a Neck, On A Split”. In den knapp 70 Minuten gab es mit Sicherheit noch ein oder zwei weitere Songs, aber ich kenne die Alben “Yellow House” und Friend” nicht so gut, als das ich sagen könnte, welche das waren.

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Die gelungene Umsetzung der komplizierten Songs mit ihrem mehrstimmigen Gesang war in jedem Fall ein Erlebnis, und besonders Chris Taylor tat sich hier neben seiner Haupttätigkeit am Bass mit seinem intensiven Backgroundgesang hervor. Nebenher bediente er noch diverse Blasinstrumente und Sampler auf den Knien. Das heißt aber nicht, das Daniel Rossen und Ed Droste nicht weniger beeindruckend waren.

Zusammengefasst ein wunderbarer Abend voller Schönheit und andächtiger Momente. Soweit ich weiß, gibt es noch Karten für die Konzerte, und wenn ihr euch auch nur ansatzweise für Grizzly Bear interssiert: geht hin!

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12.11. München – Theaterfabrik
15.11. Fribourg – Fri-Son
16.11. Wien – WuK
17.11. Basel – Volkshaus
19.11. Köln – Kulturkirche

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