Holy Esque – Lay My Head Down Slow (Review)

Im Jahr 2012 stieß ich erstmals auf die schottische Band Holy Esque aus Glasgow und war sofort von ihrer einzigartigen Musik fasziniert. Allen voran beeindruckte mich die Stimme des Sängers Pat Hynes, die eine Mischung aus Ellery Roberts von Wu Lyf und Adam Stephens von Two Gallants mit einem unverkennbaren Vibrato darbot.

Der eigenwillige Gesangsstil wurde von einer post-punkigen Instrumentierung getragen, bei der Gitarren und Synthesizer auf radikale Weise miteinander verschmolzen, während die Melodien eine leicht unterkühlte Atmosphäre erzeugten und der Bass einen treibenden Rhythmus vorgab.

Nachdem ich die Band nach ihrer letzten EP CPH etwas aus den Augen verloren hatte, stieß ich kürzlich auf den Titelsong ihres neuen Albums, Lay My Head Down Slow, das am 6. März veröffentlicht wurde. Leider wurde diese Entdeckung durch die begleitenden Worte Band getrübt:

Recorded under the watchful eye of celebrated Scottish producer Paul Savage, at Chem19 Studios in January 2021, we set out to sculpt our finest work to date. Strangled by the confines of lockdown, with an inability to release, we now return to offer our last and closing gift to you. A bittersweet moment as we reach the end of our road, though one imbued with passion and no regrets. From the success of debut single ‘Rose’, twelve years ago, to our Glastonbury appearance as young, fervent musicians in a changing world and industry. It has been a path filled with distinction and misfortune. Though ultimately and most importantly, joy. ‘Lay My Head Down Slow’ captures everything Holy Esque was and is. Ferocious, defying, captivating and powerful. Released March 8th in all its glory, we come to you with our arms extended, hearts open for the last time.

Der Titelsong zog mich sofort wieder in den Bann, doch gleichzeitig überkam mich eine tiefe Traurigkeit, als mir bewusst wurde, dass dies das finale Werk der Band sein würde. Aber das hielt mich natürlich nicht davon ab, mir das Album anzuhören.

Zu Beginn war ich etwas irritiert: der Sound war zwar bekannt, aber der Gesang hat sich verändert. Hynes klingt nur noch entfernt nach den Songs der Anfangstage, das Zittern ist nahezu komplett verschwunden (bei Ask Me Twice scheint es hier und da noch durch). Aber diese Irritation verschwand recht schnell, denn es gibt einige tolle Songs zu entdecken.

Die Highlights sind für mich neben dem Titelsong Ask Me Twice, Hunger, Courteous Man und The Shoppers All Knew. Die Songs sind treffsicher, mitunter eiskalt aber immer dringlich und von Paul Savage gekonnt in Szene gesetzt.

Holy Esque ist mit Lay My Head Down Slow ein dichtes und dramatisches Album gelungen. Es ist ein Abschied voller Leidenschaft und ohne Bedauern, ein letztes Geschenk an ihre Fans. Schade, dass es so kommen musste. Aber danke für die tolle Musik!

8/10



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