14. Januar 2011
Rough Trade / Beggars Group

[xrr rating=7.5/10 imageset=tiny_star label=”Wertung:”]

Das fünfte Studioalbum (wenn man den Soundtrack “Man Of Aran” mitzählt) im zehnten Bandjahr. Das ist ein regelmäßiger Outpout, welcher sich auf beständig hohem Niveau bewegt. Bereits Ende letzten Jahres durften wir uns an der großen EP “Zeus” erfreuen, die mit ihrer Verspieltheit und ihrer Lust am Sound eine Menge für dieses Album versprach.

Mit dem Opener “Who’s In Control” bekommt der geneigte Fan aber einen gewaltigen Dämpfer versetzt, denn dieser Song zeigt sich zwar textlich wieder arg augenzwinkernd, klingt mit seinen Powerchords aber arg altbacken und – man möge mir verzeihen – langweilig. Erst einmal tief Luft holen und den Einstieg abhaken. Zur großen Beruhigung hat die Band an die zweite Stelle das großartige “We Are Sound” gepackt, das direkt von den Aufnahmesessions zu “Do You Like Rock Music?” zu stammen scheint. Nicht wirklich neu oder wirklich zwingend, aber ein typischer British Sea Power-Song mit Hang zur Hymne. Toll.

Es folgt das schleppende “Georgie Ray”, das nicht wirklich schlecht ist, aber ein wenig wie eine klassische B-Seite klingt. Bereits hier wird ein Problem deutlich, welches im Laufe des Albums immer wieder zu Tage tritt: die Reihenfolge der Songs ist nicht immer optimal gewählt. Ich will mit Sicherheit nicht in die sicherlich schwierige Entscheidung der Band kritisieren, aber ich bin der Meinung, mit ein paar Änderungen an der Tracklist klänge das Album runder.

Von Postion vier bis “Cleaning Out The Rooms” (Position neun) hat die Band nämlich fast alles richtig gemacht und liefert großartigen Nonsens mit deutschem Songtitel (“Stunde Null”), die Weiterführung des bereits auf der “Zeus”-EP eingeschlagenen Krautrock-Weg (“Mongk II”), eine großartige, leicht schwülstige Halbballade (“Luna”), ein in Watte verpacktes Schmuselied (“Baby”), eine verpielte Single (“Living Is So Easy”), einen soliden Rocker mit Los Campsinos!-Einfluss (“Oberserve The Skies”) und den meiner Meinung nach immer noch größten Song der Band, “Cleaning Out The Rooms”. Letzterer ist ein athmosphärisch dichtes Meisterstück, bietet leicht asiatische Einflüße und endet so simmungsvoll mit einem sanften Klavier, das das abrupte Ende nach über sieben Minuten fast wie ein Schlag in die Magengrube wirkt.

Danach ist die Luft dann aber raus. “Thin Black Sail” ist nett und rockt ein wenig, wirkt an dieser Stelle aber nur wie ein kurzer Weckruf, um während dem jetzt folgenden Opus “Once More Now” nicht wegzunicken. Dieser vorletzte Song, der locker die elf Minuten überschreitet, mag nicht so recht zum Rest passen und klingt viel eher nach der Arbeit, welche die Band auf dem “Man Of Aran”-Soundtrack geleistet hat. Dort hätte er vielleicht auch besser hingepasst.

Nimmt man das abschließende “Heavy Water”, packt es an Position neun, schmeißt “Thin Black Sail” und “Once More Now” raus und läßt “Cleaning Out The Room” das Album beenden… hach, dann wäre das hier ein richtig großartiges Album.

“Valhalla Dancehall” ist natürlich alles andere als schlecht. Dafür ist die Band einfach zu erfahren und ausgefuchst. Ein wenig mehr Experiment hätte ich mir allerdings gewünscht, denn auch die guten Songs klingen ein wenig wie Variationen von bereits auf den Vorgängern vertretener Stücke. Aber das ist Jammern auf hohem Niveau. Ich liebe die Band, ich mag ihre überdrehte Art, ihre Schwülstigkeit, ihren Humor. Und die paar Durchhänger und die etwas unglückliche Reihenfolge verzeihe ich ihnen gerne.

Highlights: “We Are Sound”, “Cleaning Out The Room”, “Luna”

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British Sea Power – ‘Who’s in Control?’

3 KOMMENTARE

  1. super blog!!!!

    eine frage: sind alle eure mp3s direktlinks von den homepages der musiker/plattenfirmen? und lassen sich die mit wordpress einfach einbetten?

    vielen dank!!
    und alles gute noch mit diesem blog!

  2. Sehr gute Kritik. Bis auf den eher negativen Kommentar zum Opener kann ich nur zustimmen. Mit dem Song “baby” hab ich noch so meine Probleme, und eben auch mit dem ewig andauerndenden “Once More Now”.

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