Über das neue Opus von Nine Inch Nails habe ich hier ja schon viel geschrieben. Das Instrumentalwerk “Ghost I-IV” ist nicht nur umfangreich und absolut hörenswert sondern auch auf ungewöhnlichem Weg veröffentlicht worden. Der Eigenvertrieb via Internet mit wählbarem Format von umsonst (nur die ersten 9 Tracks) bis $300,- für eine Ultra Deluxe Limited Edition scheint ein voller Erfolg gewesen zu sein.

Als kleines i-Tüpfelchen stellt Trent Reznor das komplette Album mit allen 36 Tracks jetzt auf Archive.org unter einer Creative Commons Lizenz zum freien Download zur Verfügung. Und zwar sowohl im Flac-Format als auch in einem extrem guten MP3-Format (320kb/s). Hut ab!

Internet Archive: Ghosts I – IV (March 2, 2008)

via Lahnix

1 Kommentar

  1. @cen: Obs nur 9 Tracks zum freien Download gab, ist für die vergebene Lizenz unerheblich. Auf der Webseite zum Album steht eindeutig “Ghosts I-IV is licensed under a Creative Commons Attribution Non-Commercial Share Alike license.”

    Was bedeutet, ich kann die Werke kopieren, aufführen und öffentlich zugänglich machen, solang ich den Urheber nenne und damit kein Geld verdiene. Also hab ich die 5 Dollar in den Download investiert und war so frei, das komplette Werk bei archive.org zugänglich zu machen. Creative Commons sei Dank 🙂

  2. Gibt es evtl schon andere Download-Quellen?
    Der Download bei archive.org bricht nämlich leider nach wenigen Sekunden ab, sofern sich die Seite aufgrund der Überlastung überhaupt aufgebaut hat.

  3. Ich würde dir ja empfehlen, die knapp 3,30 Euro zu investieren und das Album direkt auf der NIN-Seite herunter zu laden. Absolut fairer Preis, sehr gute Qualität.

  4. Der Shop nimmt PayPal, da braucht man nicht einmal ein eigenes Bankkonto, man kann einfach bares auf das von PayPal einzahlen und es läuft.

    Ich verstehe ja vieles, aber wie man bei dem Preis noch immer nicht Zahlen kann…. :-X

  5. Ich verstehe ja vieles, aber wie man bei dem Preis noch immer nicht Zahlen kann

    Ich versteh auch vieles nicht, aber bei Musik ist doch erstmal unerheblich, in welcher Form es sich verbreitet. Und wenn jetzt noch ein paar mehr Leute dieses Werk zum Weiterverbreiten ihr eigen nennen, ist auch dem Musiker geholfen. So unverständlich find ich das nicht…

  6. Ja… aber komm… es sind 3.50 und der US$ fällt täglich…

    Ich finds Persönlich absolut OK wenn jemand sagt “ich liebe Musik, aber ich habe nicht das Geld 40-80 Euro im Monat für 2-5 Neuerscheinungen auszugeben – erst recht wenn ich nur mal reinhören will”… ich selbst muss ja teilweise nach diesem Prinzip leben und würde die Musik die ich nicht bezahlen KANN nicht missen wollen… da fängt man ich dann gegenseitig etwas auf…

    Aber 3.50 für fast zwei Stunden auf hohem Equipment und Talent Niveau Produzierte Musik die eigentlich jeder ohne Umwege bezahlen kann… irgendwo ist es mit dem Verständnis dann auch vorbei. Wenn jedes Album nur noch 3.50 kosten würde würde ich jedes Album kaufen. – Auch eine doppel CD für 7 euro ist mehr als schwer in Ordnung. (gut, leider noch mal 8 an Versandkosten, aber immer noch billiger als im Laden)

    Wo is denn die grenze? Wo wird den Leuten die einfach nur zu Faul sind für irgendetwas zu bezahlen, gar Leute auslachen die dies tun (ist mir schon häufiger passiert) auch mal die lange Nase gezeigt?

    Bei aller liebe zur freien liebe…

  7. Bin doch schon da…brauch ich nicht mehr kommen 😉

    Wo die Grenze ist?

    Für mich gibt es keine. Ich seh das aus einer wohl recht seltenen (oder seltsamen) Position heraus. Und der Grundgedanke ist nunmal, daß Musik für die Allgemeinheit frei zur Verfügung stehen sollte. Mal völlig den berechtigten Anspruch einer Entlohung der Künstler und Urheber ausgeblendet. Gezahlt werden sollte und darf aus Sympathie oder eben für einen Mehrwert. Den es in dem Falle NIN ja ebenso gab (Fan-Edition für 350 Dollar). Ich seh da immer noch nicht, warum ich mich persönlich dafür entweder entschuldigen sollte, weil ich Geld dafür ausgebe oder das Selbe zu tun, weil ich es lieber kostenlos haben möchte. Jedem seins, den Künstlern das Meiste…und wenns auch manchmal “nur” Aufmerksamkeit ist.

  8. Naja, bezahlt werden muss es (essen/Aufnahme) trotzdem… is dann wie in der Schule bei Gruppenarbeit… mindestens 4 von 6 Leuten denken sich “cool dann macht das ja jemand anders” …und wenn mir dann jemand mit “ich will ja zahlen aber die nehmen mein Geld nicht” kommt ohne auch nur wirklich nachgesehen zu haben…

    Wenn jemand bewusst einfach immer und überall nichts bezahlt obwohl es teilweise (oder gar immer) möglich wäre weil “Musik ja für alle und immer zugänglich sein sollte” gerät das ganze in die andere Richtung aus dem Gleichgewicht.

    Wie gesagt, ich lad auch runter um reinzuhören und kann nicht immer alles was ich mag bezahlen… but you get the idea, Musik macht sich nicht von alleine. ;-D

  9. Wenn jemand bewusst einfach immer und überall nichts bezahlt…

    …dann ist er ein Schmarotzer, der auch von mir als ein Solcher bezeichnet wird. Du hast schon recht, daß sich Musik nicht von alleine macht und das Künstler entlohnt werden sollten. Aber doch nicht zu Ungunsten der Verfügbarkeit. Das falsche Signal der letzten Jahre hat doch genau auch bewirkt, daß Musik in den Augen vieler Menschen einfach keinen Wert mehr besitzt. Natürlich begibt sich ein Urheber auf einen schmalen Pfad, wenn er seine Werke *auch* kostenfrei anbietet. Aber das Business ist nunmal im Umbruch und ich kann nicht einerseits ein modernes Musikbusiness fordern und auf der anderen Seite die alten Spielregeln weiterverwenden. Das schließt sich imho aus.

  10. Ja, aber hier redet doch niemand von Verfügbarkeit. Es ging mir doch nur darum das ich es für bedenklich halte wenn jemand nicht einmal mehr 3.50 für 2 Stunden qualitativ hochwertiges Produkt abdrücken will (bzw. nicht einmal richtig nach den Möglichkeiten sucht ob dies geht)

    Die Frage ist ja wo das schmarotzen anfängt und das “wir teilen immer alles mit jedem” aufhört.

    Ich bin mir sicher Reznor hat damit gerechnet das des ganze eh umsonst im Net landet und somit von Anfang an damit geplant niemanden in eine rechtliche falle stossen zu wollen, aber es gab da sicher auch andere gründe… siehe z.b. hier -> http://www.youtube.com/watch?v=lYDUk0ESwt4

  11. Ja, aber hier redet doch niemand von Verfügbarkeit.

    Doch, ich. Denn ohne diese keine Verbreitung.

    Die Frage ist ja wo das schmarotzen anfängt und das “wir teilen immer alles mit jedem” aufhört.

    Wie definiert man Wertschätzung? Nur anhand der Bereitschaft, für etwas, was man mag, Geld zu bezahlen? Oder sind das manchmal auch ideelle Werte, die eine Rolle spielen können? Und der Schmarotzer von Heute ist vielleicht ja doch der Käufer von morgen. Weil er dann kennengelernt hat, daß für das Schaffen eines Wertes auch ein entsprechender Gegenwert erwartet werden darf. Willst du diesen Erkenntnisstand von einem 14-jährigen Schüler erwarten? Alle Menschen sind gleich?

    Und btw., wieso nur “damit gerechnet”? Es wurde bewußt gefördert und damit unbewußt gefordert, eben durch die vergebene Lizenz. Das er aufgrund seines musikalischen Backgrounds und jahrelanger Arbeit (seines Managements, des Majors, den er jetzt verteufelt und allen, die daran mitgearbeitet haben) mittlerweile eine Marke ist und genügend Marktmacht besitzt, um sowas locker tun zu können, wird nämlich in den Lobesgesängen auch gern ausgeblendet.

  12. Ich kann mich noch daran erinnern wie ich vor einigen Jahren auf Maingold von X-Leuten zusammengeschissen worden bin weil ich es gewagt habe die Meinung zu vertreten das es OK ist Musik herunter zu laden wenn man es sich nicht leisten kann sie zu kaufen, Kultureller wert über Hartem rubbel… blabla… Ich sehe es heute nicht anders, aber es ist schon interessant wie sich die Welt darum herum geändert hat, es wird verteidigt nicht einmal darüber nachzudenken den halben preis einer Singel CD für ein Doppel Album zu bezahlen. (darüber nachdenken wäre gewesen das er herausgefunden hätte das das zahlen via paypal kein Problem gewesen wäre)

    Die Sache mit dem wert ist so eine Sache… es haben nicht alle Bands die größe von NIN, es haben nicht alle die Möglichkeiten einfach mal viel Kohle in eine Aufnahme zu stecken… es haben nicht alle die Kohle das Risiko einzugehen den kram einfach nur rauszuhauen… bla…blubb… ich meine Indie/Rock is doch nur so stark (obwohl es nicht im Radio läuft) da die Fans noch wirklich genug Bezug zur Musik haben das sie geld für den kram bezahlen… die kleinen haben da nicht zwingend die Zeit auf den “späteren” Kunden zu warten… egal wie sehr sie sich freuen das sie gehört werden (aufwerts spiralle = geld = bessere aufnahmen = mehr zuhörer = mehr Geld/mehr auftritte = höhere qualität ect. pp., Garagenrock mit dem Laptop ist nunmal nicht grund und boden für den durch bruch der meisten)
    Was bei NIN passiert ist war doch die Geschichte das die Plattenfirma ihm ins Gesicht gesagt hat das seine Fans eh jeden Preis bezahlen würden und man normale Alben und DvDs deswegen nur für einen vergleichsweise höheren Preis anbieten würde. – Das machen eigentlich alle Platten Firmen (behaupte ich mal frech und Frei) – aber nicht in diesem Extrem.

    Oh ja, und wenn du denkst illegale Downloads sind eine Sache von 14-Jährigen Schülern, dann hast du dich glaube ich ganz ganz gefährlich verschätzt.
    In dem Alter hatte ich glaube ich noch gar kein Internet, oder nur 56k. *grüble*

  13. Michael – ich kann hier nur kurze Abrisse dessen geben, wie ich sowas einschätze oder was ich von bestimmten Dingen halte. Ich hab erst heute erst wieder ein gut 30-minütiges Interview zum Thema CC, freie Kultur, mein Netlabel und das Musikbusiness gegeben und denk mal nicht, daß ich mich da großartig verschätze. Das mit dem Schüler sollte ein Metapher sein…und nein, meine Einstellung hat sich da seit Ende der 90er nicht wirklich geändert, höchstens an die neue Technik angepasst.

    “es haben nicht alle Bands die größe von NIN”

    Sagt auch gar niemand, ich sprach es ja selbst an, daß diese Band eine Marktmacht besitzt. Aber ich mag dann auch gern daran erinnern, daß beispielsweise in den 70ern sich Rockbands stellenweise fürn Apfel und ein Ei den Arsch wundgespielt haben, um irgendwann soviel Fans zu haben, um dann von ihrer Musik auch leben zu können. Soll das heute etwas anders sein? Was bitte rechtfertigt es, daß Newcomer und unbekannte Bands als erstes mit einem Businessplan aufschlagen, ohne das auch nur ein Ton aufgenommen wurde? Was bitte will ich denn ernten, wenn ich nicht mal bereit bin, den Samen auszulegen? Das dies ein schmerzhafter und unangenehmer Weg sein kann,…naja, da hab ich ebenso meine Erfahrungen mit machen dürfen. Und an der Tatsache, daß man ZUERST mal viel geben muss, um dann eventuell mal später etwas zurückzubekommen, ändert auch das Internet nichts. Just my 0,02 Euro…

    Und btw. wegen dem Alter: Meine 6jährige Tochter nutzt hier meine DSL-Leitung…früher war das eben nicht so einfach möglich, aber deswegen nicht unbedingt besser oder schlechter, sondern halt anders.

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