Die Ruhe war herrlich. Und die Dunkelheit. Die Stimmen in meinem Kopf verstummten, das Kribbeln in den Fingern verschwand. Und in diese Stille hinein: Musik. Durch die Dunkelheit und die völlige Konzentration herrlicher und bewegender denn je. Das hatte ich mir gewünscht, deswegen die Beerdigung. Die Nachrufe waren ergreifend und rührten mich. Sie zeigten mir, das ich etwas richtig gemacht haben musste. Aber dennoch: der Entschluss war richtig.

Dann aber folgte irgendwann die Erkenntnis, das es nicht nur ruhig und dunkel war, sondern auch verdammt stickig und eng. Ich musste raus. Und so grub ich mir unter Verlust diverser Fingernägel den Weg frei an die frische Luft. Völlig verdreckt aber glücklich atmete ich die saubere Luft und spürte eine grenzenlose Freiheit. Eine Freiheit zu tun, worauf immer ich Lust hatte. Und die Stimmen waren wieder da. Anders als früher, nicht mehr so zwingend, sondern eher zärtlich säuselnd. Also begann ich wieder, zaghaft nur, reduziert und wortkarg. Aber es fühlte sich gut an. So gut, das ich irgendwann merkte, das der frühere Zwang einem Wollen gewichen war. Einem Wollen, das nicht stetig nagt und drängelt, sondern das unregelmäßig kommt und dann aber auch wieder geht. Wie die Gezeiten. Deswegen der Entschluss: das soll meine Zukunft werden.

Keine Verpflichtung, kein Druck, nur die sanfte Umarmung des zwanglosen Wollens.

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