The National spielten gestern Abend ein kleines, intimes Konzert im Innenhof des Michelberger Hotels für Presse, Fans und Freunde aus ganz Europa. Zu meinem großen Glück war ich eingeladen.

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Eigentlich kenne ich mich im Berliner Nachtleben ja ein wenig aus. Ich war auch schon auf diversen Konzerten und weiß, das man fast nie pünktlich kommen muss bzw. sollte. Aber bei diesem Showcase dachte ich, dass es vielleicht doch besser wäre, um 19.30 Uhr da zu sein. Falsch gedacht. Es sollte bis kurz nach 21.30 Uhr dauern bis Matt Berninger, die Dessner- und Devendorf-Zwillinge sowie zwei Gastmusiker die Bühne betraten. Bis dahin hieß es warten und Glühwein trinken. Denn es war kalt, da die Bühne im Innenhof des Michelberger Hotels aufgebaut war.

Aber spätestens als sich der schwarzgekleidete Berninger mit einem Weinglas als Mikro stellte, war die Kälte und auch die Wartezeit vergessen. Er kündigte an, dass das nun folgende Set hauptsächlich aus Songs des neuen Albums bestehen würde, die sie vorher noch nie live gespielt hätten. Mit dabei waren “Don’t Swallow The Cap”, “Graceless”, “Fireproof”, “Humiliation” und “Slipped”. Mehr konnte ich mir leider nicht merken. Ob sie das komplette Album spielten, kann ich nicht beurteilen, aber drei Viertel müssten es zumindest gewesen sein. Es ist natürlich schwer, einen Song nach einmaligen Hören in der Livesituation zu beurteilen, aber ich lehne mich sicher nicht zu weit aus dem Fenster, wenn ich behaupte: mit “Trouble Will Find Me” kommt ein mindestens gutes Album auf uns zu. Stücke von der schnelleren Sorte (für The National-Verhältnisse) gab es viele, und sie waren zupackend und zündeten im Prinzip sofort. Aber auch die eher ruhigeren Songs besaßen gewohnte Qualitäten. Die zahlreich erschienen Freunde und Fans waren auf jeden Fall für jeden Song dankbar und feierten die Band. Ganz besonders, als sie mit “Fake Empire”, “Mr. November”, “Bloodbuzz Ohio” und “Terrible Love” noch ein paar Standards zum Ende des Auftritts einstreuten.

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Zwischendurch gab es kleinere technische Probleme, wie z.B. ein mitten im Refrain vom Kabel getrenntes Mikrofon, aber die sehr gute Laune der Band konnte dies nicht trüben. Matt Berninger nahm es mit Humor und war froh, das wir seine noch vorhandenen Textunsicherheiten so nicht bemerkten. Später stellte er allerdings fest, dass es im Prinzip egal wäre, was er singt, da wir die Songs eh noch nicht kennen würden. Trotzdem verließ er sich als Unterstützung auf die ausgedruckten Lyrics. Diese benutzte er bei fast durchgängig geschlossenen Augen jedoch kaum. Dafür konnte er sie um so besser jedes Mal am Ende zerknüllen, zerreißen oder auch ins Publikum werfen.

Im Anschluss beeilte ich mich sehr, um nach Hause unter die warme Decke zu kommen. Denn ich war ziemlich durchgefroren. Aber glücklich.

In diesem kurzen Mitschnitt kann man mich übrigens sehen. Ich bin der Typ mit der Kapuze, der großen Nase und dem kritischen Gesichtsausdruck 🙂

7 Kommentare

  1. Haaaach, mich frisst der Neid. Das liest sich gut und schürt nur noch mehr die Erwartungen. Aber ich hoffe, dass Du Dich nicht erkältet hast.

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