Ich hätte ja mit einem Frühlingsalbum gerechnet. Als nicht so ein luftiges Pop-Ding, sondern eher so eines für mich; ein Album, welches mich durch den Frühling begleitet. Und nach dem tollen Vorboten “Wake And Be Fine” war ich voller Vorfreude. Jetzt, ein paar Wochen später, die Ernüchterung. Auf dem Weg zur Arbeit höre ich mein Frühlingsalbum, und es ist nicht von Okkervil River. The Airborne Toxic Event haben es zu meiner (wirklich großen) Überraschung geschafft, meine Sonnenfahrten zur und von der Arbeit zu untermalen.

“I Am Very Far” dagegen entpuppte sich als eine kleine Quälerei. Kennt ihr das, dieses Verlangen, ein Album unbedingt gut finden zu wollen? Weil es ja von der eigenen Lieblingsband ist oder weil es einfach alle gut finden? Bei mir war ersteres der Fall, und ich tat mich echt schwer. Sicher, mit “Wake Up And Be Fine” und auch “We Need A Myth” sind zwei tolle Songs auf dem Album. Aber mit dem Rest werde ich einfach nicht warm. Ich weiß gar nicht, wie ich das beschreiben soll. Okkervil River versuchen mit Post-Rock-Anleihen Pop zu machen, ohne dabei ihre alten Wurzeln zu vergessen. Oder so. Das klappt natürlich nicht. Ich stehe da irgendwie wie der Ochs vorm Berg.

Eigentlich hatte ich nicht vor, mir und euch die Laune mit Verissen zu verderben, deswegen das Positive: The Airborne Toxic Event haben mit “All At Once” ein Hammeralbum abgeliefert, Okkervil River mit “Wake Up And Be Fine” einen grandiosen Song. Den gibt es zum Glück nach wie vor umsonst.

Okkervil River – “Wake and Be Fine”

7 KOMMENTARE

  1. Hey Nico,
    Ich hatte das Album schon paar mal in der Hand und konnte mich nicht durch ringen. Ma schauen wie das Konzert morgen in Hamburg wird.
    Eine Chance gebe ich ihnen noch.
    By the way vielen Dank für deinen tollen Blog

  2. Tja, schade, ich finde das Album grandios und voller Gänsehautmomente, vielleicht gerade deswegen: “Okkervil River versuchen mit Post-Rock-Anleihen Pop zu machen, ohne dabei ihre alten Wurzeln zu vergessen.”
    Alleine, wenn bei Piratess der Gesang einsetzt, wow!

  3. oh ja, passende worte. das album ist leider nur durchschnitt, ich habe beim hören immer das gefühl “wann platzt der knoten hier endlich”. vielleicht hat die band mit “the stage names” auch schon ihr meisterwerk veröffentlicht – ich hoffe nicht.

  4. Kopf nicht hängen lassen, das nächste Album wird vielleicht wieder nach deinem Geschmack. Kenne das, ich habe Probleme mit dem letzten Antony And The Johnsons Album und der EP, bin auch noch dabei, mir Zugang zu verschaffen. Enttäuscht bin ich auch, weil mich einige Songs richtig nerven. Deswegen bin ich umso mehr auf das nächste Album gespannt. Werde mir nun mal Okkervil River anhören, die kenne ich (noch) nicht. Vielleicht mag ich ja das neue Album 😉

  5. ja, irgendwie hast du recht. allerdings gefällt mir das album nach ein paar mal hören schon wesentlich besser als zu beginn. am anfang, als ich nur “wake & be fine” kannte und dann anfing das album zu hören war ich durchweg nur enttäuscht. das gefühl entfinde ich dabei nicht mehr. außerdem finde ich auch “rider” sehr gelungen.
    aber ein ähnliches problem habe ich auch gerade mit dem neuen bon iver album. ich liebe das erstwerk über alles und tu mich mit dem neuen verdammt schwer, ständig in der hoffnung, es braucht nur eine weile, bis ich es genauso liebe wie “for emma, forever ago”. hm.

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