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Vom vergeblichen Versuch, “I Am Very Far” gut zu finden

Ich hätte ja mit einem Frühlingsalbum gerechnet. Als nicht so ein luftiges Pop-Ding, sondern eher so eines für mich; ein Album, welches mich durch den Frühling begleitet. Und nach dem tollen Vorboten “Wake And Be Fine” war ich voller Vorfreude. Jetzt, ein paar Wochen später, die Ernüchterung. Auf dem Weg zur Arbeit höre ich mein Frühlingsalbum, und es ist nicht von Okkervil River. The Airborne Toxic Event haben es zu meiner (wirklich großen) Überraschung geschafft, meine Sonnenfahrten zur und von der Arbeit zu untermalen.

“I Am Very Far” dagegen entpuppte sich als eine kleine Quälerei. Kennt ihr das, dieses Verlangen, ein Album unbedingt gut finden zu wollen? Weil es ja von der eigenen Lieblingsband ist oder weil es einfach alle gut finden? Bei mir war ersteres der Fall, und ich tat mich echt schwer. Sicher, mit “Wake Up And Be Fine” und auch “We Need A Myth” sind zwei tolle Songs auf dem Album. Aber mit dem Rest werde ich einfach nicht warm. Ich weiß gar nicht, wie ich das beschreiben soll. Okkervil River versuchen mit Post-Rock-Anleihen Pop zu machen, ohne dabei ihre alten Wurzeln zu vergessen. Oder so. Das klappt natürlich nicht. Ich stehe da irgendwie wie der Ochs vorm Berg.

Eigentlich hatte ich nicht vor, mir und euch die Laune mit Verissen zu verderben, deswegen das Positive: The Airborne Toxic Event haben mit “All At Once” ein Hammeralbum abgeliefert, Okkervil River mit “Wake Up And Be Fine” einen grandiosen Song. Den gibt es zum Glück nach wie vor umsonst.

Okkervil River – “Wake and Be Fine”