Westside Cowboy – It Goes On

Westside Cowboy gehören zu den Bands, bei denen der erste Eindruck ziemlich schnell hängen bleibt. Das Quartett aus Manchester verbindet Folk, Country und klassischen Indie Rock mit einer ordentlichen Portion Energie.

„It Goes On“ ist das erste Album der Band und wirkt trotzdem erstaunlich selbstsicher. Kein überproduziertes Debüt, sondern eine Platte, die vor allem von der Chemie der vier Musiker lebt.

Schon „Kick Stones (The Boys)“ macht klar, dass hier nicht auf Hochglanz produziert wurde. Der Song beginnt vergleichsweise zurückhaltend, entwickelt sich aber immer weiter und endet in einem hektischen Finale.

Dieses Wechselspiel aus Ruhe und plötzlicher Energie zieht sich durch das Album. Dazu kommen Einflüsse aus Americana, Garage Rock und britischem Indie, die immer wieder ineinandergreifen.

„Paper Chains“ erinnert mit seinem Jangle-Gitarren und der dreckigen Energie an frühe The Strokes, während „Big Wheels“ mit seinen Anleihen bei „Proud Mary“ und „Knockin’ On Heaven’s Door“ deutlich stärker in Richtung klassischer Rock geht.

Besonders gelungen ist „Coyote“. Der Song ist ziemlich zackig und treibend, bleibt dabei aber instrumental überraschend reduziert. Das Glockenspiel setzt einen schönen Kontrast zur Energie des Stücks, bevor die Gitarren zum Ende noch einmal deutlich aufdrehen.

„Take My Leaving As I Love You“ gehört zu den ruhigeren Momenten des Albums. Akustische Gitarre und zurückgenommener Gesang geben dem Song eine intime, fast fragile Atmosphäre.

Mein persönliches Highlight ist „Worried Age“. Der Song verbindet die verschiedenen Seiten der Band besonders gut: eingängige Melodie, schöne Gesangsharmonien und diese Mischung aus jugendlicher Unruhe und nachdenklicher Stimmung.

„Pin Up Boys“ ist der Hit des Albums und zeigt, wie selbstverständlich Westside Cowboy zwischen verschiedenen Spielarten des Rock wechseln können.

Ganz frei von Schwächen ist „It Goes On“ allerdings nicht. Gerade in der ersten Hälfte wirken die unterschiedlichen Einflüsse manchmal noch etwas zu deutlich, als hätte die Band ihre eigene Handschrift noch nicht vollständig gefunden. Im weiteren Verlauf wird das Album allerdings immer überzeugender und eigenständiger.

„It Goes On“ ist damit ein starkes Debüt, das bereits erstaunlich viel Eigenständigkeit und vor allem jede Menge Spielfreude mitbringt. Westside Cowboy verbinden ihre unterschiedlichen Einflüsse zu einem abwechslungsreichen Album und zeigen dabei, dass sie sowohl die ruhigen als auch die druckvollen Momente überzeugend beherrschen.

Wenn die Band diesen Weg weitergeht und ihre eigene Handschrift noch stärker herausarbeitet, dürfte von Westside Cowboy noch einiges zu erwarten sein.


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