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Arctic Monkeys – “Favourite Worst Nightmare”

20. April
Domino (Rough Trade)

arctic monkeysSelten war es für mich so schwierig, mir ein Urteil über ein Album zu bilden. Nach den ersten Durchläufen war ich noch etwas enttäuscht und hatte schon eine komplette Rezension fertig, die für die Jungs eher mittelmässig ausgefallen wäre. Aber dann habe ich mir dieses Album einfach schöngehört. Nicht bewusst, sondern das passierte einfach irgendwann. Auf einmal passte die durchwachsene Kritik nicht mehr zu dem, was ich da hörte. Plötzlich ist wieder alles vorhanden, was schon das Debüt der jungen Sheffielder so grossartig machte: die coolen Riffs, die begeisternden Breaks, die charismatische Stimme von Alex Turner, deren Magie ich mich einfach nicht entziehen kann. Wie meine Oma jetzt sagen würde: “Ich mag den gerne hören.”

Und natürlich fehlen auch die grossartigen Songs nicht: allen voran “Brianstorm”, ein knappes Breakgewitter mit unheimlicher Sogwirkung. Oder der Abschluss der Platte, “505”. Für mich bisher der beste Song der Arctic Monkeys. “Balaclava” gefällt mir ebenfalls ausgesprochen gut, auch wenn ich mir den coolen Groove am Ende des Songs irgendwie schon früher gewünscht hätte. Auch fast alle anderen Songs gehen nach mehreren Durchgängen ins Ohr und bleiben dort hängen. Den Totalausfall “Only One Who Knows”, eine halbherzige Ballade mit viel Hall, die so gar nicht in die Mitte des Albums passen will, habe ich inzwischen auch akzeptiert.

“Favourite Worst Nightmare” ist eine gute, vielleicht sogar sehr gute Platte. Auf jeden Fall ein starker Nachfolger für das fantastische Debüt. Im “Schweres zweites Album”-Contest würde ich mal folgendes sagen: Bloc Party knapp geschlagen, Maximo Park und Arcade Fire aber nicht erreicht. Ob es wieder für die Spitze der Jahrespolls reicht, das wage ich zu bezweifeln.

Wertung: 8 von 10
8 punkte

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Nach demk Klick das Video zu “Brianstorm”.

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