Mit Ash hat die erste bekanntere Band (meines Wissens nach) verlauten lassen, nach ihrem im Juli erscheinenden Album “Twilight Of The Innocents” nur noch digitale Singles veröffentlichen zu wollen.

“Mit dem Aufkommen des Downloads liegt der Schwerpunkt jetzt wieder auf den Single-Tracks. Ein Album zu produzieren, nimmt viel Zeit in Anspruch. Wenn wir einfach nur einen Track aufnehmen, können wir ihn sofort am nächsten Tag veröffentlichen, wenn uns danach ist”, so Tim Wheeler, Frontmann der Band. (Musikmarkt)

Ich bin mir ziemlich sicher, das viele Künstler diesem Weg folgen werden. Aber ich hoffe inständig, das sich noch genug Musiker finden, die weiterhin auf das Format Album setzen.

1 KOMMENTAR

  1. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das Album-Format aussterben wird. Man muss ja zwischen mehreren Hörer-Gruppen unterscheiden.

    Die Nebenbei-Charts-Hörer, die sich die neuesten Songs aus den Charts anhören, werden mit reinen Single-Veröffentlichungen glücklich werden. Die entsprechenden Bands werden ihnen die Musik auch liebend gern häppchenweise verkaufen.

    Die Indie-Hörer, die wirklich viel Wert auf die Musik legen, haben idR. ein ganz anderes Hörverhalten. Es kommt nicht auf die einzelnen radiowirksamen Songs an, sondern auf das ganze Werk. Ein Album lebt ja davon, neben typischen auskoppelbaren Songs z.B. auch 10-minuten lange Epen oder andere Experimente zu beherbergen. Ein Album lebt als ganzes – nicht umsonst werden immer noch häufig Konzeptalben veröffentlicht. Die stärksten Songs einzelner Alben sind oftmals gerade die, die als Single-Veröffentlichung nicht die geringste Chance hätten. Oder sie sind grad erst im Kontext der anderen Songs so besonders.

    Ash war ja schon immer eine typische Single-Band. Jeder Song ein Tanzflächenhit. Andere Bands funktionieren so nicht. Ich kann mir eine Band wie TV On The Radio oder eine Sängerin wie Joanna Newsom z.B. nicht in Single-Form vorstellen.

    Ich denke, das Format Album wird bestehen bleiben. Es entledigt sich nur seiner Einschränkungen, die ja noch durch CDs gegeben sind und wird in Form und Länge vielseitiger werden.

  2. Ich kann mir ja auch nicht vorstellen, das das Album ausstirbt. Aber für viele Künstler wäre diese Vorgehensweise der Single-Veröffentlichung mit Sicherheit ebenfalls interessant.

    Ich sehe da für die Zukunft auch eher eine Chance als eine Gefahr. Momentan sind die Weichen gestellt, das jeder Künstler in der Form veröffentlichen kann, in der er möchte bzw. die seiner Arbeitweise entgegenkommt. Da felt eigentlich nur die Unterstützung der jeweiligen Label.

  3. Das stimmt – eine Chance ist es auf alle Fälle. Dass die Labels nicht mitziehen, kann ich mir auch kaum vorstellen. Immerhin haben sie nichts zu verlieren – es müssen ja nicht mehr aufwendige Singles produziert werden, die im schlimmsten Fall wie Blei in den Regalen liegen bleiben. Wenn erstmal jedes Label seine Online-Vertriebswege fertig hat und diese sich etablieren konnten, dürften Künstler und Labels gleichermaßen davon profitieren, ausschliesslich online zu verkaufen.

    Ich bin ja vor allem mal gespannt, wie sich Musik-Programme, Chartssysteme etc, die bisher ale auf die festen Größen Single, Album und EP bezogen haben, an die neuen Möglichkeiten anpassen werden!

  4. Wenn ich jetzt (unregelmäßig) vorzugsweise Singles rausbringe, dann will ich doch, dass so viele Leute wie möglich diese auch kaufen. Das bedeutet doch, ich muss für 12 Tracks auch jedes Mal Werbung machen. Hardcore-Fans werden einen Alert haben, wenn neues Material rauskommt, aber Gelegenheitsfans reagieren doch entweder auf Mundpropaganda oder eben Werbung. Das klappt bei selten erscheinende Alben gut, da bündeln sich Werbeausgaben auch. Aber bei Singles ist es sicherlich kostenintensiver jedes Mal die Frontpage des iTunes Stores mit den eigenen Bannern zu pflastern. Oder irre ich mich da?
    Man kann jetzt auch behaupten, dass bei einzelnen Songs der Kunde eher einen kauft, als bisher zum ganzen Album greifen zu müssen. Doch im digitalen Bereich kann ich doch heute auch schon aus dem Album herauspicken, was mir gefällt. Was ich sagen will: ich schrecke doch keinen potentiellen Hörer mehr ab, der früher gesagt hätte “wegen einem guten Track kauf ich nicht das ganze Album”.
    Wenn die Künstler schon nicht mehr warten wollen, bis ein Album voll ist, dann doch wenigstens EPs. Kann mir eigentlich mal einer erklären, wie die sich definieren? Es gibt ja schon welche, die mehr Tracks haben als manches Album. So – genug gelabert.

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