Manchmal hasse ich es, ein Musikblog zu betreiben. Denn ich verspüre innerlich immer den Zwang, direkt am Puls der Zeit zu sein, von einer Veröffentlichung zur nächsten zu hetzen, dieses und jene Video zu schauen und noch schnell in diese MP3 reinzuhören. Nicht umsonst fasste ich vor zwei Monaten den Entschluss, kürzer zu treten. Aber dieses Gefühl, ständig etwas zu verpassen: das verschwindet nicht einfach so.

Worauf ich hinaus will: ich rase von einer neuen Platte zur anderen, obwohl immer wieder Alben dabei sind, die definitiv mehr Aufmerksamkeit benötigen und auch verdient haben. Mir geht es mit dem neuen Fucked Up-Album wie Uli: “Die neue Fucked Up ist – jetzt mal im Gegensatz zu The Monitor zum Beispiel – zu lang. Einerseits. Andererseits, wie könnte sie es nicht sein? Sicher, es ließen sich vor allem im Mittelteil Stücke wegnehmen, die nicht an die Highlights heranreichen und erst bei jedem erneuten Durchhören registriert und sofort wieder vergessen werden. Die keine “Dying On The Inside, Dying On The Inside”-Vokal- oder “Dää – dädädöö – deedee – duu – de – dorrrrr”-Instrumental-Hooks im Hirn verankern, aber was hätte man dann? Eine dreiviertel Punkrockoper, die sich nicht über vier LP-Seiten erstreckt die man entweder alle hören möchte oder gar nicht, nicht genauso endet wie sie beginnt, so stramm gezurrt dass sie keinen Bauch hat. Und was bitte ist eine Oper oder sind Fucked Up denn schon ohne Bauch?”

Ich möchte in den nächsten Tagen zumindest ein paarmal tief durchatmen und diese Punkrockoper komplett hören. Ach ja, das Video. Ich sage mal so: ich lachte.

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