Alle Welt stellt Jahresendlisten zusammen, schreibt wie ich über die Songs und Alben des Jahres. Jeden Tag tauchen neue Listen oder Artikel auf. Heute zum Beispiel der Music Blog Zeitgeist of 2013, jedes Jahr aufs Neue interessant, für mich allerdings weniger relevant. Was ich allerdings nur gelegentlich finde, sind Artikel zu den übersehen oder zu wenig gehörten Alben des Jahres.

Denn bei der Durchsicht diverser Jahresendlisten ist mir immer wieder ein “Ach ja, ganz vergessen” oder auch “Stimmt, in das Album wollte ich ja auch mal wieder reinhören” rausgerutscht. Und deswegen dachte ich mir, ich stelle hier ein paar der Alben vor, die ich zwar in meiner Sammlung habe und eigentlich viel öfter hätte hören wollen, für die mir aber schlicht die Zeit oder auch die Muße gefehlt hat.

Tocotronic – Wie wir leben wollen

Ich war gespannt und freute mich Anfang des Jahres auf das 10. Studioalbum von Tocotronic. Ich hörte allerdings nur zwei oder drei Mal rein und legte es dann beiseite, nur damit es dann in meiner digitalen Bibliothek versauerte. Vielleicht gab es in der Zeit zu viele andere spannende Sachen, oder es hat einfach nicht Klick gemacht. Die für mich fundierteste Erklärung ist allerdings folgende: ich habe nahezu jedes Album von Tocotronic erst sehr spät für mich entdeckt. Es besteht also noch Hoffnung.

White Denim – Corsicana Lemonade

Ich hatte mich wirklich auf dieses Album gefreut, auf den Spielwitz dieser Band. Aber ich importierte die Songs in iTunes, lud sie zu Google Music hoch und…

Fuck Buttons – Slow Focus

Das soll ja ein richtig spannendes, aber auch anstrengendes Album sein. Eines der besten des Jahres, nach Meinung einiger. Ich fand es bisher nur anstrengend und vermisste die Spannung. Aber ich spüre, dass da irgendetwas ist. Vielleicht schaffe ich es doch einmal, dieses Etwas zu ergründen.

Boards of Canada – Tomorrow’s Harvest

Ich habe es mir gleich am Erscheinungstag gekauft, denn der Song “Reach For The Dead” ist einer meiner Hammer-Tracks des Jahres. Was schrieb ich so schön: “Das Album habe ich ehrlich gesagt fast schon wieder vergessen, diesen Song allerdings nicht.” Das ich dieses Album fast vergessen habe, mag daran liegen, dass ich mich nicht wirklich darauf eingelassen habe. Was ich wirklich sehr schade finde.

Deerhunter – Monomania

Oh Gott, was habe ich den Vorgänger geliebt. Nach wie vor eines meiner Lieblingsalben der vergangenen Jahre. In “Monomania” bin ich nie richtig reingekommen, obwohl die Zutaten für ein aufregendes Musikerlebnis vorhanden sind. Dieses Album steht ganz weit oben auf meiner Liste der Platten, die ich unbedingt noch hören muss.

My Bloody Valentine – mbv

Ich glaube ich bin auf die Hysterie herein gefallen, die das Erscheinen dieses sagenumwobenen Albums begleitete. Meine Erwartung stieg in solche Höhen, dass sie nur enttäuscht werden konnte. Und so dachte ich nach ein paar Versuchen: “Das soll es gewesen sein?” Mit dem nötigen Abstand und völlig ohne überzogenen Erwartungen werde ich mich dem Album aber irgendwann einmal wieder nähern, und ich denke, dann könnten wir gute Freunde werden.

Vampire Weekend – Modern Vampires of the City

Ich habe gerade gesehen, dass die dritte Platte der New Yorker drüben bei Pitchfork zur besten des Jahres 2013 gewählt worden ist. Ich selber hab der Band gar nicht die Zeit gegeben, um mich zu überzeugen. Meine kurzen Ausflüge in ihre Klangwelt wussten durchaus zu überzeugen, aber ich war wohl abgelenkt.

Stornoway – Tales From Terra Firma

Mit “The Beachcomber’s Windowsill” haben Stornoway vor 3 Jahren ein unglaublich vielfältiges Debüt vorgelegt, welches von beschwingtem Indie-Pop mit Beach Boys-Anleihen über lupenreinen Folk mit Banjo bis hin zu athmosphärisch dichter Melancholie eine Menge zu bieten hatte und mich überzeugt hatte. Am 8. März erschien der Nachfolger “Tales From Terra Firma”, und ich habe nicht ein einziges Mal reingehört. Oh man.

Iron & Wine – Ghost On Ghost

Das nur auf einem Thema basierende und sich immer weiter steigernde “Walking Far From Home” und die spannungsgeladene Klimperei “Rabbit Will Run” zählen nach wie vor zu meinen Highlights des Jahres 2011. Beide stammen vom Album “Kiss Each Other Clean” von Samuel Beam, besser bekannt unter dem Namen Iron & Wine. Beim im April erschienenen “Ghost On Ghost” ist es wie bei Stornoway. Zählerstand: 0.

Junip – Junip

Sicher habe ich das aktuelle Werk der Mannen um José González ein paar Mal gehört, und ich fand die Musik genau wie auf dem Vorgänger eigentlich auch ganz gut, aber ich schrieb schon beim Albumstream folgendes: “… enttäuscht werden wir nicht. Überrascht auch nicht, aber das ist schon ok.” Vielleicht war das ja doch nicht ok. Ich weiß es nicht.

Wie schaut es bei euch auch aus? Welche Platten in eurem Besitz wurden von euch sträflichst vernachlässigt? Welchen Alben wollt ihr noch einmal eine Chance geben?

5 KOMMENTARE

  1. Bei einigen aus deiner Liste gings mir ähnlich, Vampire Weekend allerdings habe ich genossen (und tu’s heute noch). Relativ ungehört blieben bei mir noch
    Jon Hopkins
    Julia Holter
    Nick Cave
    und bestimmt noch einige mehr, die ich inzwischen vergessen habe.

  2. Ich hab auch die Nick Cave bisher verschmäht. Die Vampire Weekend hab ich probiert, mehrmals, diesmal haben sie mich nicht gekriegt.
    Alleine für Chloroform hole ich die Tocotronic immer wieder raus.
    Nicht richtig gehört habe ich (mit dem festen Vorsat, das noch nachzuholen): Biffy Clyro, Black Rebel Motorcycle Club, Eels, DJ Koze

    • Ach ja, Biffy Clyro haben ja auch eine neue Platte draussen. Die fand ich ja damals im Vorprogramm von Bloc Party richtig klasse, und ich liebe ihre alten, leicht psychedelischen Platten. Allerdings sind sie mir auf den letzten Releases zu sehr in Richtung Stadionrock unterwegs. Ist das immer noch so?

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