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Port St. Willow – Holiday

Dieses Album fordert. Muße, Geduld und Offenheit. Dafür belohnt es den Zuhörer mit überwältigender Musik abseits ausgetretener Strophe-Refrain-Klischees.

Es beginnt bedrohlich. Geisterhafte Sounds lassen Bilder von wabernden Nebelschwaden aufsteigen, und mein durch hunderte Metalalben programmiertes Gehirn sieht schon das alles zermalmende Riff vom Kaliber Bolt Thrower durch die feindlichen Linien walzen, als plötzliches Stimmengewirr den Nebel lichtet. Dann: wuchtige Toms und eine glasklare Stimme. Nick Principe heißt der Mann hinter dieser Stimme und auch hinter diesen Sounds. Ein Kindheitsfreund von Pete Silbermann, dem Frontmann der Antlers. In deren Vorprogramm konnte man Principe im letzten Jahr bereits bewundern.

Man könnte denken, das hier eine eingespielte Band am Werke ist, aber soweit ich weiß, hat der Künstler aus Brooklyn das Album komplett selber eingespielt. Und auch wenn er einen Großteil der Songs über die Fünf-Minuten-Grenze schiebt, so schafft er es durch seine luftigen, fließenden und leicht anmutenden Arrangements, die Spannung aufrecht zu halten. Wohldosiert und an genau den richtigen Stellen setzen zarte, aber einnehmende Melodien ein. Mein absoluter Favorit in dieser Hinsicht: das dramatische “Tourist”.

Um ehrlich zu sein: alles Geschreibsel meinerseits kann euch nicht annähernd die Erfahrung nahelegen, die mit dem Genuss dieses Werks einhergeht. “Holiday” ist ein phänomenales Album, welches sich mit jedem Melodiebogen, jeder gesungenen Zeile in eure Seele schleicht. Ein Album wie gemacht für gute Kopfhörer. Keine Ohrstöpsel, oh nein, diese Musik braucht Ohrmuscheln, Zeit und eine bequeme Position. Der Lohn: ihr werdet die Zeit, den Stress, den Alltag und alle Sorgen hinter euch lassen und in etwas Großartiges eintauchen.

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