Der Testsieger (unglaublich) und Markführer(angeblich, je nach Standpunkt) Musicload bietet jetzt ebenfalls eine sogenannte Musikflatrate an. Für eine monatliche Pauschale zu einem “attraktivem Preispunkt” dürfen sich die Kunden das gesamte Repertoire des Onlinehändlers per 128kBit/s-Stream im WMA-Format anhören. Das Ganze nennt sich dann “Music nonstop”. So nonstop ist das aber auch nicht, denn nach 6 Stunden wird die Verbindung erstmal gekappt. Haha. Ok, man muss sich wahrscheinlich nur wieder einloggen.

Erst wollten alle einen eigenen Downloadshop, jetzt geht das Gerenne auf die Flatrates los. Ich bin wirklich mal gespannt, wie das bei den Kunden ankommt. Zumal man bei Musicload die Musik noch nicht einmal mitnehmen kann, heutzutage ein enorm wichtiger Faktor. Aber wie heisst es so schön bei heise:
“Das haben wir noch nicht ausprobiert”, so Joachim Franz, Director Business Development & Operations bei Musicload.Ok ok, in einem anderem Zusammenhang, aber das passte einfach zu gut.
Mehr bei heise

Update: Auch der Spiegel berichtet über die neue Flatrate von Musicload. Allerdings etwas zu positiv (wird wohl gerne gemacht) und mit einer entscheidenden Falschaussage: “Dachten sich auch die Köpfe von T-Online, die ihr Angebot nun um einen “Musicload nonstop” erweitern wollen. Wie viel genau ihr Musikleasing kosten werde, stehe noch nicht fest, hieß es auf einer Pressekonferenz im Rahmen der Cebit, denn die Verhandlungen mit der Musikindustrie liefen noch. Das Geschäftsmodell des neuen Dienstes ist mit zwei Worten schnell beschrieben: siehe Napster.” Aber Napster bietet eben nicht nur einen Stream der Musik an, sondern “Sie können eine unbegrenzte Anzahl an Musikdateien auf Ihren PC downloaden. Diese gedownloadeten Songs können Sie sich online oder offline anhören. Sie können die gedownloadete Musik so lange behalten, wie Sie User bleiben.” (Napster FAQs)

1 KOMMENTAR

  1. Ich kann mich noch dunkel daran erinnern, dass Frau Peters auf der letzten Cebit hektisch (im Zuge der SNOCAP Pressemitteilungen) einen legalen Musikdienst angekündigt hatte der sich der P2P-Technologie bedienen sollte. Mmmh, liegt wohl erst mal auf Eis? T-Online ist halt doch ein Börsennotiertes Unternehmen, zu dessen Spiel es auch gehört Schaum zu schlagen wo gar keiner ist. Hauptsache es entsteht der Eindruck dass man innovativ ist. Musicload ist wirklich amüsant zu beobachten. Das mit dem “noch nicht ausprobiert” ist wirklich zu geil um wahr zu sein.

  2. “Bisher speicherte Musicload Lizenzinformationen lediglich bis zu sechs Monaten nach Kaufdatum.”

    Das das so… wuste ich garnicht… meine fresse, das ist ja das letzte…. sowas wird testsieger?!

  3. > Ich kann mich noch dunkel daran erinnern, dass Frau
    > Peters auf der letzten Cebit hektisch (im Zuge der
    > SNOCAP Pressemitteilungen) einen legalen Musikdienst
    > angekündigt hatte der sich der P2P-Technologie bedienen
    > sollte.

    Ich weiß zwar nicht wer Frau Peters ist, aber so ein Musikdienst steht ja schon in den Startlöchern. Nennt sich bei Bertelsmann (oder besser der Tochter arvato) “GNAB” und dort wird legal im P2P ja getauscht. Mit Abrechnung und Bonus für das zur Verfügungstellen von eigener Uploadkapazität. Aber ob das was wird… Medio hat das schon im Herbst angekündigt in Lizenz nehmen zu wollen und was ist bisher passiert? Nichts…

    Aber mal zum Abo: Für 10 oder 15 Euro das ganze Repertoire mitnehmen können? Wenn Apple sowas anbieten würde, dann könnte ich mich vielleicht doch noch breitschlagen lassen deren Dienst zu nutzen.

  4. Das mit dem Testsieger bei Stiftung Warentest ist sowieso unverständlich. Vor lauter Wut musste ich jetzt einmal ein paar Punkte zusammentragen, warum Musicload nicht der Testsieger sein kann:

    Jedes Produkt sollte eine funktionale, eine soziale und eine emotionale Kompontente einer Aufgabe (“ich möchte Musik als Download legal erwerben und alle Vorteile die diese Art der Distribution mit sich bringt nutzen”) erfüllen. So let’s see:

    FUNKTIONAL KOMPONENTE:
    – um einen Download zu tätigen braucht man 5-7 Clicks und muss bei jeder Transaktion die Paymentdaten neu eingeben (Erfahrung beim Test, der zugegebenermaßen schon ein bisschen her ist – hat sich das geändert? ich denke nicht)
    – Die Auswahl lässt zu wünschen übrig, andere Anbieter greifen auf eine größere Bibliothek zu.
    – Ausser dem üblich verdächtigen Charts/Mainstream Zeugs wird nichts angepriesen, neue Musik zu entdecken wird somit erschwert
    – Längst etablierte Data Mining Empfehlungssysteme in Internetshops werden nur verkümmert eingesetzt. (Gerade getestet: Während man bei Adam Green nichts empfohlen bekommt heißt es bei Xavier Naidoo: “Wer Telegramm für X gekauft hat, hat auch Intensive Care [Robbie Williams] gekauft” – ja leck)

    SOZIALE KOMPONENTE
    – Direkte Einflussnahme in das Angebot ist nicht möglich (Playlisten, Rezensionen,…)Dabei ist “WEB 2.0” doch sowas von INNOVATIV, das wäre doch genau was für Musicload – ist das inkonsequent?
    – Gleichgesinnte lassen sich nicht treffen, ein Austausch mit diesen wird erst recht nicht ermöglicht.(zugegebenermaßen ist das bei anderen Anbietern auch nicht der Fall)

    EMOTIONALE KOMPONENTE
    – Die Marke (Name) und das Design (im gesamten) ist schmucklos und hat den Charme eines Vorstadtschrebergartens. Das ist in sofern ein Problem, weil Musik sehr viel mit Lifestyle, Lebenseinstellung, usw) zu tun hat.
    – Wenn ich durch den Shop auf einen neue Musik gestoßen bin die ich super finde wächst die emotionale Bindung zum Shop (man erinnere sich an den Plattenverkäufer zu Vinylzeiten in einem kleinen Plattenladen, der seine Pappenheimer kannte und genau wusste was er ihnen empfehlen kann)

    Ich habe mit Sicherheit noch einiges Vergessen…

    Zum Schluß noch Lob für Musicload, denn eins kann man T-Online wirklich nicht vorwerfen, dass sie es nämlich nicht geschafft hätten durch ihre TV-Spots sich in den Köpfen der weniger informierten als EINZIGES (!) auf dem Markt befindliche Produkt zur Lösung der oben genannte Aufgabe hinain zu brennen!

    die Musicload Software (Music Manager, oder so) würde ich mal freundlich ausgedrückt als posierlich bezeichnen
    Redaktionell wird man nur auf Mainstream hingewiesen
    WMA ist keine Option (aus Gründen die ich hier lieber nicht genauer beschreibe)
    Die soziale

  5. Upps, da ist eine Absatzleiche am Ende meines Postings, sorry…

    Salid: warum würdest du dich bei Apple erweichen lassen? Und müsste es eine Streaming Flatrate wie bei MSN oder Musicload sein oder eine wie bei Napster (inkl. lokale Speicherung der Titel + mobile Portierbarkeit + ständige Internetverbindung nicht nötig) sein?

  6. @rapo: Bin eigentlich genau deiner Meinung. Und warum die Stiftung Warentest Musicload zum Testsieger gemacht hat….keine Ahnung. Hast du übrigens den Kommentar abgebrochen, oder einfach die zulässige Wortlänge überschritten?

    @salid: Frau Peters hat den Titel Director Marketing and Sales. Und Apple mit Abodienst? Ich bin skeptisch, aber wer weiß?

  7. @rapo:
    Ich würde mich aus dem Grund bei Apple erweichen lassen, weil ich einen Ipod besitze und daher nur deren DRM System nutzen kann. Eine Musicflatrate bedeutet ja letztendlich immer ein DRM System im Rücken zu haben.

    Und es müsste natürlich eine Flatrate sein, bei der ich die Titel auf meinen Player packen kann und somit jederzeit Offline hören kann. Das ist für mich eine Flatrate. Alles andere ist ein DRM gestütztes Onlineradio. Was will ich schließlich mit Musikdownloads wenn ich an den großen grauen Kasten im Arbeitszimmer gebunden bin?

    @Nicorola:
    Der Name ist ja letztendlich egal. Und wenn es real wäre. Hauptsache ich kann das Zeug auf dem Ipod nutzen. 😉

  8. Beim SWR wurde mal AllOfMp3.com Testsieger.. Und irgendwie – man darf zwar nicht drüber reden, aber genug Nutzer scheint es trotzdem zu geben.

    Ich will keine per Digital Restriction Management vergewaltigte Musik. Und ich will meine Plattensammlung nicht verlieren, wenn ich feststelle, dass der Anbieter, bei dem ich mir die über längere Zeit zusammengestellt habe, zum Beispiel ganz einfach die Musik eines bestimmten Labels nicht mehr aufnimmt. Das ist das Problem, was ich sehe bei dieser “aber nur, solange Sie Kunde sind”-Geschichte. Ich will diese zentrale kulturelle Komponente meines Lebens nicht von einem Unternehmen und dessen Launen abhängig machen. Eine dauerhaft stehende Verbindung zum Internet, wenn ich Musik höre? Was ist, wenn dann auf meinem Geburtstag eine Netzstörung auftritt? Nein, danke.

  9. @nicorola
    ich habe gedanklich und strukturell noch mal neu angesetzt und dabei vergessen den letzten Absatz zu löschen. Die beiden Gedanken WMA und und Musicload Software müsste quasi in den Bereich funktionale Komponenten…hatte nichts mit Überlänge oder so zu tun.

    Ich denke die Musicflatrate (wie sie Napster anbietet) ist prinzipiell nicht zu verdammen. Diese Produktkonfiguration hilft Menschen weiter die über keine große Musikbibliothek (aus der Vergangenheit) verfügen, gerne aber eine hätten. Will man im legalen Bereich bleiben würde der Aufbau einer großen Bibliothek einige tausend Euro kosten. Da könnten 10-15 Euro pro Monat schon eine Alternative darstellen.

    Die Frage ist vielleicht nicht ob die Musicflatrate prinzipiell Quatsch ist sondern vielmehr für wieviele Menschen stellt diese Produktkonfiguration eine Lösung ihres Problems dar.Hierbei muss man auch noch berücksichtigen, dass das Problem nicht umbedingt bewusst sein muss es kann auch schlummern und durch Werbung “nach oben kommen”.

    Der Fehler ist meines erachtens, dass die Aufgabe die das Produkt erledigt in der werblichen Tätigkeit nicht veranschaulicht wird. Stattdessen ist die Hauptaussage des Napster TV-Spots, dass man 1 Mio. Songs im Angebot hat. Eine Produkteigenschaft, die man als selbstverständlich betrachten sollte und auch nicht wirklich von den Wettbewerbern abhebt.
    Desweiteren wird den Menschen mit dem oben geschilderten Problem beim betrachten des Spots nicht klar, dass es eine Lösung für ihr Problem gibt.

    Jedes legale Musikdownloadangebot hat eine unglaubliche Erklärungsbedarf (Datenschutz, Sicherheit, Payment, DRMS, Nutzungsbeschränkungen, Hardwarekompatibilität,..), der von den Anbietern nicht berücksichtigt wird in ihrer werblichen Kommunikation. Der Spiegel Redakteur ist mit Sicherheit kein Dummkopf. Nein es ist einfach alles viel zu kompliziert. Wenn der Spiegel Redakteur schon nicht durchblickt wie sollen es dann die viele Millionen Deutsche tun, die man theoretisch als Kunden gewinnen möchte?

  10. Hi rapo, damit sprichst Du sicherlich ein ganz grundsätzliches Problem an. Leider ist es momentan im Online-Musikgeschäft nicht so einfach wie im klassischen Handel. Dort geht man einfach in den Laden seiner Wahl und kauft sich einen Tonträger. Dieser läuft zuhause in einem CD-Player oder Laufwerk und das war’s, man kann sich die Musik anhören (insofern einem kein Kopierschutz in die Quere kommt).

    Beim Onlineangebot muss man verschiedene Aspekte berücksichtigen: welches Portal, welches Format, welche DRM-Technik, welche Software, welche Rechte, welcher Player….ich denke, es gibt noch sehr viele Hemmschwellen. Meiner Meinung nach muss der Onlinehandel irgendwann ähnlich einfach und selbsterklärend benutzbar sein, wie es einem die Werbung von Musicload bereits suggeriert: “Ich lad’ Musik.”

    Und zum Abonnenmt: sicher ist dieses Angebot für viele Leute interessant, und Napster hat wirklich ein Kommunikationsproblem in seiner Werbung. Aber durch den jetzt gerade einsetzenden Run der Anbieter auf Flatrates und Abonnements bildet sich langsam aber sicher ein Tarifdschungel, auf den viele Verbraucher mit Sicherheit keine Lust haben.

  11. > Aber durch den jetzt gerade einsetzenden Run der
    > Anbieter auf Flatrates und Abonnements bildet sich
    > langsam aber sicher ein Tarifdschungel, auf den viele
    > Verbraucher mit Sicherheit keine Lust haben.

    Letztendlich werden die Verbrauchen dann wirklich fest an die Plattform gebunden, die sie ohnehin schon nutzen. Denn wer will sich für ein evtl. besseres Abo eines anderen Dienstes schon wieder neue Hardware anschaffen?
    Solange ich durch bestimmte Anbieter noch in den Genuss von DRM freien Inhalten komme, ist das okay. Aber eine Flatrate ohne DRM? Wohl eher bei Independent Labels, aber bei der Massenware wohl kaum.
    Leider.

  12. ich denke, musicload, napster und co. wollen in ihrer werbung gar nicht aufklären bzw. erklären. die wollen dir ja erstmal suggerieren “hey, music loaden ist das normalste der welt.” aber wenn die da schon mit drm und co. kommen würden, wär’s doch gleich vorbei beim user. so kommt er erstmal auf die seite, sieht seinen robbie und dann heißt’s nur noch “so, wie bestell ich das jetzt hier?”

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