…And You Will Know Us By The Trail Of Dead – “Tao Of The Dead”
04. Februar 2011, Superball (EMI)
9.5/10

Das neue Meisterwerk der Texaner ist zweigeteilt: den ersten 11 Songs und dem abschließenden “Tao Of The Dead Part Two: Strange News From Another Planet”, welches mit seinen 16 Minuten ziemlich in den Jagdgründen des Krautrock wildert. Auch die ersten 11 Song zeigen sich in gewisser Weise als Einheit, denn wenn man nicht genau aufpasst, wird man die Übergänge zwischen den Songs kaum ausmachen. Das ist aber von der Band auch so gewollt und wird auf der Special Edition durch fehlende Fades deutlich. Keine Sammlung von Songs, sondern ein fulminantes Album, bestehend aus zwei Teilen. Abwechslungsreich, funkensprühend, leuchtend, mitreißend, zermalmend. Ich habe lange nicht mehr so ein forderndes Stück Musik gehört.
Einziges Manko: die Special Edition ist zwar von Conrad Keely wunderschön gestaltet, bietet auf den beiden CDs aber nur drei Mal die erste Hälfte: einmal am Stück, einmal geschnitten und einmal roh (als Demo).

Anspieltipps: “Part One: Tao Of The Dead”, “Part Two: Strange News From Another Planet”

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Cloud Nothings – “Cloud Nothings”
28. Januar, Cooperative Music
7.5/10

Bei Cloud Nothings handelt es sich um ein Projekt des jungen Dylan Baldi aus Cleveland. Dieser ging mit einer großen Portion Vorschusslorbeeren von Stereogum und Pitchfork ins Studio und spielte seine Songs kurzerhand komplett selber ein. Das Ergebnis: leicht punkig angehauchte LoFi-Rocker direkt aus der Garage. Vorgetragen von der leicht quäkelnden Stimme Baldis, die aber keineswegs nervt und perfekt zu den Songs passt. Mit dabei: immer genau die kleine Melodie, die das Grinsen im Gesicht manifestiert. Wenn dann genau wie in diesem Moment die Sonne hinter den Dächern Berlin hervorlugt, dann ist alles gut.

Anspieltipps: “Understand At All”, “Should Have”, “You’re Not That Good At Anything”

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Polo – “Are You Ready To Come Home?”
11. Februar 2011, Teleporter Music
6/10

Indiepop aus Mannheim mit Radio-Attitüde? Das klingt auf dem Papier gut und aus den Membranen der Kopfhörer eigentlich auch. Die vier Jungs wissen was sie tun, die Songs gehen gefällig ins Ohr. “Come Home” etwa erinnert an Radiohead, wurde hier jedoch gebügelt, bis keine Falte mehr im weißen Hemd zu sehen ist. Oder wie es bei Whiskey-Soda.de steht: Die Songs sind melodisch, sphärisch, poppig – dabei aber viel zu glatt. Die Arrangements sind gekonnt kombiniert, alles ist harmonisch und schön radiotauglich produziert. Was fehlt, sind Ecken, Kanten und der Mut zum Unerwarteten – eben alles, was eine Platte letztlich spannend macht. Das kann ich uneingeschränkt stehen lassen. Der Anfang ist vielversprechend, jetzt fehlt noch ein wenig Wagemut.

Anspieltipps: “Hundred”, “Come Home”

Hundred
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