Es ist Mitte Dezember und Weihnachten ist nur noch ein paar Tage entfernt. Zeit für den Jahresrückblick. Ich habe lange überlegt und abgewogen und den einen oder anderen Favoriten wieder raus geworfen.

Denn oft hat es eine Platte trotz meiner Schwärmerei nicht in diese Liste geschafft. Das liegt einfach daran, dass ich mich auf die Alben konzentriert habe, die mir in diesem Jahr wirklich etwas bedeutet haben. Die mich unterhalten haben, mich zum Nachdenken, Träumen oder Mitsingen animiert haben.

Ich habe mit mir gerungen, aber am Ende habe ich es geschafft, meine Alben des Jahres zu definieren. Hier sind die zehn Platten, die das Jahr 2018 für mich geprägt haben.


Tocotronic – Die Unendlichkeit

Dirk von Lowtzow wird auf dem Tocotronic-Abum Die Unendlichkeit autobiografisch. Seine Bandkollegen begleiten die Rückschau auf musikalisch vielfältige Weise. Es gibt starke Zeilen und Slogans, die ich vielleicht auch deswegen so gut nachvollziehen kann, weil ich nur wenig Jahre jünger als von Lowtzow bin. Tocotronic haben es wieder einmal geschafft, mich in ihren Bann zu ziehen. Dieses Mal bin ich aufgrund der Texte vielleicht sogar noch ein wenig mehr bei ihnen.

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Typhoon – Offerings

Immer wieder blitzen wie aus dem Nichts die schönsten Melodiebögen auf, werden von Glockenspiel, Streichern oder Bläsern getragen und stehen im Kontrast zu Tonbandaufnahmen oder reinen Akustikpassagen. Offerings von Typhoon ist nicht nur eine wunderbare Sammlung von Songs, sondern eines dieser inzwischen leider selten gewordenen Kunstwerke, für die das Albumformat zwingend ist.

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Dusted – Blackout Summer

Die Musik von Dusted ist nicht sonderlich aufregend, und eigentlich gibt es keine klare Single. Oder besser gesagt: keinen Hit. Es ist vielmehr die Atmosphäre, die überzeugt. Melancholisches Grübeln, sanfte Verzweiflung, leise Hoffnung. Ein Werk voll schlichter Schönheit und grandioser Momente, angesiedelt zwischen Indie und Americana. Dazu die Stimme Brian Borcherdts, die trotz ihrer Beiläufigkeit emotionale Dringlichkeit erzeugt.

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Get Well Soon – The Horror

Zu Beginn hatte ich ein wenig Schwierigkeiten mit den neuen Songs von Get Well Soon, denn der Swing ist zwar elegant, aber selten beschwingt. Ich musste mir das Album Stück für Stück erarbeiten, aber das hat sich gelohnt. Denn The Horror ist ein unbequemes, aber aus genau diesem Grund ein grandioses Album mit einer Dynamik, die heute leider selten geworden ist.

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Holy Esque – Television/Sweet

Holy Esque klingen auf ihrem zweiten Album druckvoller, dynamischer und dramatischer als auf ihrem Debüt. Television/Sweet präsentiert sich düsterer und weniger offensichtlich als der Vorgänger. Ein dichtes und dramatisches Zweitwerk, welches das grandiose Debüt in Sachen Intensität übertrifft.

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Kraków Loves Adana – Songs After The Blue

Auch auf dem vierten Album bieten Kraków Loves Adana wieder feinfühlige und irgendwie aus der Zeit gefallene Musik. Die Instrumentierung steckt voller Details und bildet das perfekte Fundament für das einnehmende, dunkle Timbre von Cicek. Allerdings ist der Sound noch reduzierter: Synthetische Bässe und Flächen in Kombination mit Pianoklängen dominieren die Platte. 

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Isolation Berlin – Vergifte Dich

Depressive Großstadt-Romantik wird mit karger Instrumentierung und Einflüssen von Element of Crime und Joy Division vorgetragen. Auch auf ihrem neuen Album wissen Isolation Berlin zu überzeugen.

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Low – Double Negative

Repetitiv, perkussiv und elektronisch klingen die Songs auf Double Negative. Schroff und spröde schleichen die Sounds durch meine Gehörgänge. Low haben sich für ihr aktuelles Album mit Produzenten BJ Burton zusammengetan. Er hat die Songs verzerrt, zerlegt und wieder zusammengesetzt. Das Ergebnis ist ein überwältigendes Meisterwerk, welches mich fordert und lange Zeit brauchte, um mich zu überzeugen.


Car Seat Headrest – Twin Fantasy

Hat eine Neuauflage eines 2011er-Albums es verdient, in den Top Ten aufzutauchen? Im Fall von Twin Fantasy, dem herausragenden Album von Car Seat Headrest, schon. Auch in dieser Neuauflage geht es um die Irrungen und Wirrungen, die eine grosse Liebe mit sich bringen kann. Will Toledo trägt diese Geschichten mit seiner gebrochenen Stimme vor, als hätte er diese Phase seines Lebens noch immer nicht ganz überwunden. Twin Fantasy ist ein fantastisches Indie-Rock-Album, welches wohl endlich den Sound bekommen hat, den es verdient. 

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Kathryn Joseph – From When I Wake The Want Is

Auch mit ihrem neuen Album zieht mich Kathryn Joseph in ihren Bann. From When I Wake The Want Is ist ein zerbrechliches, trostloses und wunderschönes Meisterwerk, eine schillernde Platte, die mich überfordert. Aber eben auch verzaubert.

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Die Alben des Jahres 2018 – die Playlist

Falls du eines der Alben nicht kennen solltest, habe ich dir eine Playlist zusammengestellt. Hier habe ich meine Alben des Jahres 2018 komplett hinzugefügt, damit du dir einen umfänglichen Überblick verschaffen kannst.

5 KOMMENTARE

  1. Interessante Liste – dieses Jahr aber wohl nur eine Übereinstimmung mit meinen Top 10/20. Wobei ich mir Krakow und Dusted nun wohl noch mal anhören “muss”. 🙂

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